Anders sein?

Anders sein?

In den letzten Beitr�gen habe ich mich eher dem Thema Ern�hrung gewidmet, da es eben zu meinem aktuellen Fokus geh�rt, aber auch dieser Beitrag geh�rt doch irgendwie dazu.

Ansto� dieser Gedankeng�nge war ein sch�ner Beitrag von Frau Lohse�zu den neuen blauen Haken in WhatsApp. Durchaus sinnige Kernaussage des Artikels war f�r mich "du musst nicht immer erreichbar sein, schalte sowohl das Telefon als auch deinen Kopf mal ab und genie�e ein wenig das Leben". Nach einem kurzen Austausch auf Facebook kam es dann irgendwie zu dem Entschluss "Mut zum anders sein". Nach einem schnellen Blick ins Internet stellte sich heraus, dass die URL http://www.mut-zum-anderssein.de bereits registriert war. Anscheinend gab es bereits Menschen die "anders" sein wollten. Frau Lohse entgegnete dem mit der zutreffenden Aussage "Ha ha. Soviel zur Individualit�t.".

Ja Mist, was denn jetzt? Dieser Gedanke musste erst mal sacken. Aber geht es denn wirklich darum anders zu sein? F�r mich steckt dahinter eher der Wunsch man selbst zu sein. Doch lernen wir heute irgendwie "wir selbst zu sein"? Sogar in kleinen Dingen werden wir durch uns selbst oder andere Menschen reglementiert. Anstatt dann zu essen wenn wir Hunger haben, essen wir (besonders im Kindesalter) zu festgelegten Zeiten. Wenn man bedenkt, dass die Zeit zum Verdauen sehr individuell sein kann, ist dies absolut unsinnig. Doch auch wenn es darum geht zur Toilette zu gehen: wie oft verkneift man es sich, weil gerade der Film so spannend ist, die Werbung auf sich warten l�sst, oder man noch eben das Kapitel zuende lesen m�chte?

Regeln machen es eindeutig einfacher die Masse an Menschen zu organisieren und "notwendige" Vorg�nge zu strukturieren, doch dabei bleiben Bed�rfnisse des Individuums oft auf der Strecke. Vielleicht hilft man so jemanden "aufzuholen", wenn er f�r etwas l�nger braucht, anderseits k�nnen andere Menschen vielleicht nicht in dem Sinne gef�rdert werden, wie es ihnen eigentlich gut t�te. Je nachdem wie sensibel ein Mensch ist, leidet er vielleicht darunter. Vielleicht kann er das Geschehen aber auch genie�en? Alles hat sein Pro und Contra!

Noch vor dem Kindergarten bekommen wir beigebracht brav zu sein und das zu machen, was unsere Eltern uns sagen. Das muss nicht verkehrt sein, erlaubt es dem Kind aber auch nicht immer seine eigenen F�higkeiten komplett zu entfalten.

Lauf nicht so schnell du k�nntest hinfallen! Zieh deine Socken an, du k�nntest dich erk�lten! Geh nicht in das Wasser, du wei�t nicht wie tief es ist! St�ndig k�nnte etwas passieren und wenn man erwachsen ist, w�nscht man sich, dass mal endlich etwas passiert, aber man hat ganz automatisch gelernt auf das zu h�ren, was andere sagen.

Zuerst kommen wir in den Kindergarten und h�ren auf die Erzieherinnen und Erzieher, dann kommen wir in die Schule und h�ren auf die Lehrerinnen und Lehrer, danach geht es in die Ausbildung oder zur Uni und schon wieder h�ren wir auf das, was andere uns sagen.

Doch unser Hauptbezugspunkt bleiben unsere Eltern, was auch zum Teil dazu f�hren kann, dass wir auch die �ngste unserer Eltern mit durch unser Leben tragen. Wir entschlie�en uns eventuell dazu einen Job zu ergreifen der sicher ist, mit einem h�heren Gehalt lockt, oder f�r irgendetwas bestimmtes noch mal n�tzlich sein kann � selbst dann, wenn die Wahl in keiner Weise unseren eigenen W�nschen entspricht. Der Spa�faktor bleibt oft auf der Strecke, was schade ist wenn bedenkt, dass man den Gro�teil seines Lebens mit Arbeiten verbringen wird.

Sein Leben lang orientiert man sich irgendwie an seinem Umfeld, sei es durch bestimmte Vorlieben oder materielle Dinge. Das schnellste Auto, das neueste Handy, die Freundin mit den gr��ten Br�sten oder den Freund mit dem hei�esten Six-Pack. Wie viele M�dchen sind schon in der Magersucht gelandet, weil sie Bilder von Frauen f�r wahr hingenommen haben, die nur dank Grafikkbearbeitung �berhaupt erst entstehen konnten?

Wir beeinflussen uns selbst durch Werbung, oder durch das was andere besitzen oder zu uns sagen und jagen absurden Idealen hinterher.

So manch falsche Schlussfolgerung kann sich dazwischen schleichen. Das, was einem selbst gef�llt, muss jemand anderem noch lange nicht zusagen und umgekehrt genau so wenig.

Wie oft muss man sich wegen irgendeiner Sache Vorw�rfe oder unsinnige Kommentare anh�ren? Deine Haare sind zu kurz! Deine Haare sind zu lang! Warum gehst du nie mit in die Disko? Warum f�hrst du nur dieses Auto? Deine Freundin ist doof! Warum isst du kein Fleisch mehr, mit dir kann man nicht mal grillen ... und so weiter und so fort.

Es gibt viele M�glichkeiten mit Kritik umzugehen. Einfach ignorieren, es konstruktiv auffassen und daraus lernen, sich vielleicht sogar fragen, ob man den Begriff Freundschaft nicht doch anders definieren m�chte.

Wird man st�ndig nur kritisiert macht das klein und setzt psychisch unter Druck! Vielleicht passt man sich langfristig gesehen an, vielleicht entwickelt man Selbstzweifel durch innere Konflikte, vielleicht wird man auch depressiv, weil man von allen Seiten suggeriert bekommt etwas falsch zu machen. Einige Menschen ignorieren den Grundsatz, dass die eigene Freiheit dort aufh�rt, wo die eines anderen anf�ngt und sind der festen Meinung, dass alles so sein m�sse, wie sie es sich selbst vorstellen.

Nat�rlich wird es realistisch gesehen f�r die meisten Menschen nicht so dramatisch sein wie ich es hier schreibe. Viele Menschen sind gl�cklich mit dem was sie haben und machen. Aber wissen sie auch warum sie die Dinge machen, denen sie in ihrem Leben hinterher eifern?

Warum f�hrt man eine Beziehung? Weil andere auch eine Beziehung f�hren, weil man nicht alleine sein m�chte, weil man denkt, dass man sich mit seinem Partner oder seiner Partnerin gut erg�nzt? Wie viel Herzblut steckt man in die gro�en und kleinen Entscheidungen seines Lebens?

Im Buddhismus hei�t es "Das was geschieht, ist ohne Wesen". Alles um uns herum ist weder gut noch schlecht, es ist einfach nur.

Die Bewertung von Gut oder Schlecht kommt letztendlich durch uns selbst.

  • Ist das Glas halb leer?
  • Ist das Glas halb voll?
  • Welches Glas? Egal was wir machen: Auf eine Ursache folgt eine Wirkung! Wie die Wirkung interpretiert wird, h�ngt dann wieder von uns selbst ab.

Da es immer jemanden geben wird der etwas auszusetzen hat, wird man vermutlich nur selten auf Gegenliebe sto�en, wenn man Entscheidungen f�r sich selbst trifft. Man zuhause bleibt wenn man es m�chte, kein Fleisch isst, keinen Alkohol trinkt, oder lieber ein Buch liest anstatt die neuesten Serien zu schauen. Ein Kopfsch�tteln ist quasi garantiert.

Nat�rlich kann es passieren, dass man sp�ter alleine dort steht, wenn man das macht was man m�chte!

Genau an diesem Punkt m�chte ich zur�ckkommen auf "Mut zum Anderssein"! Es ist h�chst unwahrscheinlich, dass man die einzige Person ist, die genau dieses eine Hobby aus�bt, oder das macht, was man eben gerne macht! Selbst wenn es nicht zum �blichen Mainstream geh�rt, so gibt es bestimmt noch weitere Mitstreiter.

Meiner Meinung nach braucht man keinen Mut zum Anderssein, sondern man braucht Mut, um man selbst zu sein!

Egal ob Fehlentscheidung oder nicht, es f�llt immer leichter die Entscheidungen zu vertreten, hinter denen man auch stehen kann. Geschichtlich betrachtet waren die gro�artigsten Menschen auch nie die Art von Menschen, die alles genau so gemacht haben wie alle anderen. Sie waren auf ihre Art besonders! Sie konnten sich f�r das begeistern was sie gemacht haben und sind mit Herzblut ihren eigenen W�nschen und Bed�rfnissen nachgegangen.�Selbst nach ihrem Ableben wurden viele K�nstler eine Inspiration f�r Millionen von Menschen, obwohl sie w�hrend ihrer Lebtage nur bel�chelt wurden.

Planst du gerne im Voraus, dann versuch nicht zwanghaft spontan zu sein. Gehst du nicht gerne Tanzen, dann lass es. F�hlst du dich zuhause am wohlsten, dann brauchst du auch nicht die ganze Welt bereisen.

Was mir in letzter Zeit sehr gut getan hat: Mir eine Sache zu suchen die mir Spa� macht, diese zu verfolgen und mir selbst die kleinen Erfolgserlebnisse zu geben, ohne daf�r Best�tigung von au�en zu ben�tigen.

Dies soll kein Aufruf sein alle Griffel fallen zu lassen und seinen Job zu k�ndigen ... daf�r ist mir das Prinzip von Ursache und Wirkung einfach viel zu bewusst. Au�erdem ist es schwer die Angewohnheiten eines ganzen Lebens zu �ndern.

Jedoch sollte man seine W�nsche nicht st�ndig ignorieren. Dadurch ignoriert man nur sich selbst und tendiert dazu das Leben der anderen zu Leben.

Das klingt vermutlich etwas kitschig, aber ich w�nsche jedem den Mut er selbst zu sein und auf seine eigene Art und Weise wunderbar, vielleicht sogar eine Inspiration f�r andere!

Und zum Abschluss erneut�ein buddhistisches Zitat: �Seid euch selbst eine Insel der Zuflucht�.

 

Nachtrag:

Da auch ein Video seinen Teil an diesem Beitrag indirekt geleistet�hat, m�chte ich es niemanden vorenthalten�<span id="eow-title" class="watch-title long-title" dir="ltr" title="Soziale Phobie | Isolation - Abgeschnitten von der Au�enwelt | Ursachen und Tipps"Soziale Phobie | Isolation - Abgeschnitten von der Au�enwelt | Ursachen und Tipps</span

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