04 Reise nach nirgendwo: Hallo, Danke, Tsch�ss!

Nachdem es mich schon eine ganze Weile in den Fingern juckte, habe ich am Wochenende nun endlich kurzen Prozess gemacht und meine YouTube-Abos auf eine �berschaubare Anzahl netter Menschen reduziert. Ihren Platz haben nicht die bekannteren�Kan�le mit +999 Abonnenten�behalten, sondern die Kan�le, die mir in letzter Zeit am meisten Freude bereitet haben und mit denen ich mich selbst am besten identifizieren kann.

Ausschlaggebend waren drei�Dinge

  • Es gibt viele interessante Beitr�ge, aber es kostet sehr sehr viel Zeit, wenn man jedes Video anschauen m�chte. Zeit die ich gerne f�r meine pers�nliche Entwicklung verwenden m�chte.
  • Ein Video mit dem Thema "Umgang mit Kritik", wo ich in einer Diskussion bemerkt habe, dass die Wellenl�nge absolut nicht die gleiche ist.
  • Eine Aussage im Zusammenhang mit Selbstfindung: Bei einem Schweige-Retreat�wird man gezwungen sich mit sich selbst zu besch�ftigen und es ist niemand da, der einem seine Ansichten aufs Auge dr�cken m�chte.

Das Anschauen von Videos kostet Zeit, wobei ich vermutlich von Anfang an den falschen Ansatz verfolgt habe. Anstatt mich inspirieren zu lassen, habe ich einfach nur konsumiert. Konsumieren hilft nicht dabei sich selbst zu finden, sondern lenkt eher davon ab, sich wirklich mit sich selbst zu besch�ftigen. In n�chster Zeit werde ich YouTube wohl eher daf�r verwenden nach L�sungen f�r eigene Ideen und W�nsche zu suchen, anstatt mir die Ideen�anderer Menschen anzuschauen.

In dem Video von Punkt 2 war mir nicht ganz klar, wie man deren Meinung nach mit Kritik umgehen sollte, weswegen ich �ber die Kommentar-Funktion noch mal nachhakte.

F�r mich hat Kritik grunds�tzlich einen positiven Effekt, wobei man durchaus unterscheiden sollte zwischen konstruktiver Kritik und der Kritik, bei dem jemand lediglich seinen Willen best�tigt haben m�chte.�Einen sinnvollen Ansatz fand ich, Kritik eher von Leuten anzunehmen, die den Weg gehen, den man auch selbst gehen m�chte. Menschen die einen anderen Weg gehen m�chten k�nnen ruhig eine Meinung haben, sind aber weniger dazu geeignet Tipps f�r den eigenen Weg zu geben.

Aus der Diskussion bin ich ausgestiegen, als�die Bemerkung fiel: "Gute Kritik kann nur jemand geben der auf einem gewissen Level ist und versteht wie die Welt funktioniert.�Solche Menschen werden auch nur sehr selten unaufgefordert kritisieren".

F�r mich sind Menschen einfach nur Menschen. Ja, es gibt Arschl�cher ... aber letztendlich sind sie doch alle gleich und verfolgen nur unterschiedliche Interessen. Dies war der Punkt, wo ich mir gesagt habe, dass die Wellenl�nge einfach nicht passt. Aktuell m�chte einfach nicht irgendwelche Gruppierungen in gute�und weniger gute�Menschen unterteilen.

So wie ich es sehe, erm�glicht Kritik einen Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen�Menschen und deren Sichtweisen. Dies kann f�r jeden eine Bereicherung sein.�Man muss f�r sich durchaus abw�gen, ob man die Kritik annehmen kann und m�chte, aber das schlie�t f�r mich alle Menschengruppen mit ein. Letztendlich kann man eine Sache ja nur auf Dauer durchf�hren, weil sie funktioniert ... egal ob man sie selbst mit seinen eigenen Vorstellungen vereinbaren kann, oder eben nicht. Wenn eine Sache nicht mehr funktioniert, ist man an dem Punkt angekommen, wo man von der Erfahrung anderer profitieren kann. Oftmals ist es auch der kurzfristige Erfolg, der so verlockend wirkt und anschlie�end f�r den gro�en Absturz sorgt.

Was Punkt 3 angeht, beginne ich langsam mich mit meinen eigenen Gedanken zu besch�ftigen, indem ich ein paar Online-Kurse gebucht habe und mich ein wenig weiterbilde. Es sind genau die Dinge, bei denen oft der erste Gedanke positiv war. Erst das SpeedReading-Webinar, danach die Meditation mit Mojo Di und ab Mitte M�rz ein Online-Seminar zum Thema Online-Marketing Groupon sei Dank.

F�r mich hat sich nun Erkenntnis ergeben, dass ich durch Konsum nicht weiter komme, sondern selbst etwas �ndern muss. Es gibt viele unterschiedliche Meinungen, doch zu viele K�che verderben den Brei bzw. man verdirbt sich nur selbst damit, wenn man die Aussagen von Hinz und Kunz f�r sich �bernehmen m�chte.

M�chte ich Ver�nderungen, muss ich auch etwas �ndern. Sei es nun dadurch, langsam meine Komfortzone zu verlassen und mir eben nicht mehr nach der Arbeit unz�hlige Videos reinziehe. Auf diese Art und Weise w�rde ich mein Selbst wohl nie finden. Noch wirkt es f�r mich wie ein Opfer, aber es f�llt auch ein St�ck Ballast von mir ab.

R�ckblickend betrachtet, habe ich viele Dinge einfach nur aus Pflichtbewusstsein gemacht und bin vielen falschen Idealen gefolgt. Bin viele Freundschaften eingegangen die ich nicht wollte und habe viele Freundschaften verk�mmern lassen. So brauchte man mich damals schon ab sechs Wochen vor einer Klausur gar nicht erst fragen ob ich Zeit habe. Damals wollte ich auf Teufel komm raus gut im Job sein, gute Noten an der Uni schreiben und das ganze auch noch in der Regelstudienzeit schaffen. Es gab dann �fters die Tage, wo ich um sechs Uhr morgens am Bahnhof stand, am Nachmittag schnell zur Arbeit gefahren bin, um dann um halb zehn wieder zuhause zu sein. Zuhause wollten dann noch die Kurse aufgearbeitet werden, die ich f�r die�Arbeit geschw�nzt hatte. Der Drang nach dem vermeintlichen Erfolg r�ckte schnell die Priorit�t f�r Freundschaft nach hinten�und letztendlich klappte gar nichts mehr, weil ich vermeintlich�pflichtbewusst die Zeit f�r die falschen Sachen geopfert�hatte.

Die Zeit kann ich nicht zur�ckdrehen, m�chte ich auch gar nicht, aber ich m�chte zumindest mein Jetzt anders gestalten und den Weg f�r eine andere Zukunft bereiten.

Falls jemand �ber diesen Artikel gestolpert ist und es sogar bis zum Ende geschafft hat: Suche in dir selbst nach deinem Selbst! Niemand, auch kein Geld der Welt, kann dir das geben, was du bereits in dir tr�gst.

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