Einfach nur sein

Einfach nur sein

Manchmal ist mir die Welt zu schnell - Gedanken und Menschen rasen an mir vorbei und ich w�rde dem Fahrer gerne sagen "Halte mal bitte kurz an, ich m�chte aussteigen!". Doch eigentlich bin ich ja selbst der Fahrer und treffe meine bewussten und unbewussten Entscheidungen.

Wer keine Ziele hat gilt als plan- und perspektivlos. Man muss doch Ziele haben, sich st�ndig weiter entwickeln, besser sein als andere, dem Stillstand trotzen. Dies sei notwendig um wettbewerbsf�hig zu bleiben und auch f�r die Berufswahl notwendig, um nicht durch Arbeitslosigkeit am Rande des Todes zu schlendern. Dramatisch formuliert. �So wird �berall nach einem Gr��er, Schneller, Breiter gestrebt um ja nicht so zu sein wie gestern, oder heute.

Auch was das Thema Selbstfindung angeht, steht irgendwie eine Form des Erreichens im Raum. Allerdings habe ich schon �fters geh�rt, dass Menschen, die sich selbst suchen, auch irgendwo ankommen m�chten. Doch wo m�chte�man ankommen? M�chte man einen Zustand erreichen der sich einfach nur gut anf�hlt und anschlie�end nicht mehr �ndert? Widerspricht dies nicht einer Welt, in der alles st�ndig in Bewegung und Interaktion ist? Sowohl aus nat�rlicher, als auch gesellschaftlicher Sicht?

Auf der einen Seite gibt es die �nderungen ...

Irgendwie �ndert sich alles und in vielen K�pfen steckt der Gedanke, dass man etwas erreichen muss. Etwas erreichen um jemand zu sein? Woher kommt dieser Drang etwas finden zu wollen oder gar zu m�ssen? Widerspricht sich ein Wunsch nach Ver�nderung und Ankommen nicht sogar? Oder ist dies nur ein durch die Formulierung geschuldetes Missverst�ndnis?

Wozu dieses st�ndige Streben nach Mehr? Dient dies dazu sich selbst eine Identit�t zu geben? Muss man etwas geleistet haben um jemand zu sein und als Person akzeptiert zu werden? Immer wieder aufs neue in einer Endlosschleife?�Soll dies die L�sung sein, seinen Durst nach Leben stillen zu k�nnen?

... auf der anderen Seite das Ankommen

Nat�rlich versp�re ich ebenfalls diesen Wunsch des Ankommens und Finden, doch wie sinnvoll ist dieser, wenn dies praktisch und theoretisch nicht m�glich ist? W�re es nicht viel sinnvoller seinem Selbst eine gewisse Dynamik einzugestehen und immer wieder anzukommen und die Zeit zwischen den vielen kleinen Ankommen als Lernprozess, Erfahrung und Erkundung zu akzeptieren?

Selbst wenn ich einfach nur sitze habe ich einen K�rper, Gedanken und nehme unter Umst�nden (vielleicht) sogar jemanden den Sitzplatz weg. Irgendwie muss ich auch eine Identit�t haben, wenn ich nichts tue.

Im Zwiespalt

Auf der einen Seite ein st�ndiges Streben, verbunden mit innerer Unruhe - auf der anderen Seite ein der Realit�t widersprechender Stillstand. Was liegt dann dazwischen? Gibt es einen gesunden Mittelweg?

Nach der L�sung suche ich Orientierung in meinem Umfeld - vielleicht hat ja jemand eine Idee wie "es" - das Leben�-�sein m�sste, oder funktioniert?

Schaue ich mich um bemerke ich manchmal ein Wetteifern, bei dem jeder f�r sich behauptet den optimalsten Weg gefunden zu haben, nicht nur f�r sich, sondern auch f�r andere. Endlich gl�cklich! So entstehen w�nsche nach Dingen und Idealen, die angeblich zur pers�nlichen Vollendung beitragen k�nnen. Auch wenn diese totaler Unsinn sind, kann man mit genug Selbstbewusstsein und gen�gend Ausdauer wirkungsvoll �berspielen, dass man selbst noch auf der Suche ist und seine kleine Scheinwelt aufrecht erhalten - ohne es �berhaupt selbst zu bemerken.

Im Moment sagt mir mein Gef�hl, dass ich nicht nach einem Ankommen, sondern nach diesem Sein, dem Augenblick suchen sollte. Herausfinden was dieses Sein und Jetzt eigentlich bedeutet, von dem man immer wieder mal h�rt. W�hrend ich schreibe geht mir der Begriff Achtsamkeit durch den Kopf - ein Verweilen im Augenblick des Hier und Jetzt, ohne diesen zu bewerten.

Vielleicht ist es einfacher nicht zu suchen und nicht zu streben, sondern einfach nur zu sein?!

 

https://youtu.be/XMIZ1qm1VKo

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