Bewerten, Beurteilen, Verurteilen

In letzter Zeit f�llt mir immer wieder auf, wie oft ich Menschen, Situationen und Dinge bewerte. Bewerten ist per se nicht schlecht, solange es einen Nutzen hat und dabei hilft, etwas in einem sachlichen Kontext zu betrachten. Zum Beispiel das Absch�tzen von Gefahren wie Umweltsch�den, oder vielleicht das Absch�tzen von Konsequenzen, die einem das Leben kosten k�nnten, bzw. viel Schmerz zuf�gen. An diese Art von Bewerten denke ich allerdings gar nicht. Es geht um das Bewerten von Menschen deren Nase mir nicht passt, die zu dick sind, die zu d�nn sind oder deren Frisur mir nicht gef�llt. Von Autofahrern die zu schnell fahren, zu langsam fahren, oder beim �berholen den Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern zu gering einhalten. Und und und! Dabei geht es oft um die banalsten Dinge, die mein Leben �berhaupt nicht beeinflussen. Ob jemand zu dick oder zu d�nn ist, geschweige denn eine Frisur oder Haarfarbe, hat f�r mich keinerlei Auswirkungen,. Dieses Bewerten und Beurteilen war mir vorher nie so bewusst, stellt sich aktuell aber als ziemlich hinderlich dar. Letztendlich schade ich mir nur selbst damit und sorge selbst daf�r, dass ich mich in dem Moment, in dem ich bewerte oder beurteile, nicht wohl f�hle und den entspannten Fluss des Gleichmuts verlasse. Jedoch k�nnen diese Gedanken, wenn sie denn bewusst werden, wertvolle Hinweise auf eigene Defizite sein. Bem�ngel ich zum Beispiel, dass in einem bestimmten Ortsteil nur Assis�wohnen, werte ich mein eigenes Dasein auf, womit auch gleichzeitig das Defizit sichtbar wird�-�n�mlich, dass ich mich aus irgendwelchen Gr�nden selbst nicht gut genug f�hle. Sei es nun der soziale Status, das Einkommen, oder irgendwas anderes. W�re dies anders, h�tte ich vermutlich kein�Bed�rfnis mich selbst aufzuwerten. Jedes mal, wenn ich etwas bewerte, sollte�ich mich also selbst fragen, warum diese eine Sache mich gerade so st�rt!�Bin ich in diesem Punkt selbst mit mir zufrieden? Was kann�ich �ndern, damit ich in dieser Hinsicht zufriedener bin? Sich deswegen schuldig f�hlen? Auch dieses ist ein Bewerten, was noch mal sch�n auf die Stimmungslage dr�ckt. Wie w�re es stattdessen mit einem "Daraus lernen"? Sich selbst akzeptieren, akzeptieren dass man gegen seine Vorstellungen gehandelt hat und sich selbst die M�glichkeit geben, es in Zukunft anders zu machen? R�diger Dahlke w�rde dies wohl als "Schatten" bezeichnen und tats�chlich, es ist eine dunkle Seite von mir. Eine Seite die weder nett, noch freundlich, zu anderen Menschen ist - stattdessen bewertet, beurteilt und teilweise auch verurteilt. Aber man kann sie nutzen, als freundlichen Hinweis, dass im eigenen Leben gerade etwas nicht so ist, wie man es gerne h�tte. Wer aus seinen Fehlern lernt, nutzt ein wesentliches Potential und nimmt sein Leben aktiv selbst in die Hand. Besser kann es doch kaum sein, oder? Also freue ich mich�-�dankbar f�r�die vielen Hinweise, die noch kommen werden.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. Talmud

 

https://youtu.be/yAEdKpkYWMQ

 

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