Orientierung im Leben

Orientierung im Leben

Auf der Suche nach Tipps und Tricks, was man machen kann wenn man absolut nicht wei� was man m�chte, bin ich auf eine 3Sat Dokumentation von Scobel, mit dem Thema Orientierung im Leben, gesto�en.

In einem Tischgespr�ch zwischen Moderator, Philosophen (Wilhelm Schmid), Psychologen (Siegfried Preise) und K�nstler (Musiker Wolfgang Niedecken), wurde diskutiert und er�rtert, was die Orientierung im Leben eines Menschen ausmacht, wie die Bedingungen um diese zu entwickeln sind und wie diese Orientierung entsteht.

Ausgegangen wird in dem Gespr�ch davon, dass ein Mensch sozusagen mit einer leeren Karte geboren wird. W�hrend er heranw�chst wird diese Karte beschrieben. Wegweisend sei hierbei das Umfeld, durch das zum Beispiel moralische Werte definiert werden.

Was f�r eine Orientierung heutzutage als problematisch angesehen wird, ist eine enorme Auswahl an M�glichkeiten, wodurch man schnell auf widerspr�chliche Aussagen st��t. Diese Aussagen machen es schwer eine klare Linie zu erkennen, an der man sich orientieren kann. Dabei sei es ein menschliches Bed�rfnis sich zu orientieren. Die heutige Form unserer Gesellschaft erfordert ein hohes Ma� an Denken, um sich irgendwie zurechtzufinden.

Besonders Jugendliche scheinen sich heutzutage von der Mehrheit der Gesellschaft nicht akzeptiert zu f�hlen und zus�tzlich keine Chance f�r ihr Leben zu sehen. Um dies aufzufangen, w�re viel Zuwendung im Elternhaus notwendig. Dies geschieht wohl nicht im ausreichenden Ma�e und zus�tzlich kommen noch Konflikte unterschiedlicher Sinnfelder, wie Elternhaus und Schule,�hinzu. Die Schule k�nnte hier eingreifen, tut dies aber nicht in ausreichender Art und Weise. Erw�hnt wurde, dass zumindest in Brandenburg (glaube ich zumindest) ein Fach "Lebensf�hrung" existiert, welches bei�der Orientierung im Leben helfen soll. Viele F�cher wie Wirtschaft und Informatik seien in dieser Hinsicht einfach�nicht praxistauglich.

Diese Umst�nde machen sich radikalisierende Gruppen zunutze, die mit einfachen Mitteln und einfacher Sprache, die jeder junge Erwachsene versteht, eine klare Linie vorgeben. Zus�tzlich geben diese Gruppierungen genau das, was junge Menschen suchen - ein Gef�hl der Zugeh�rigkeit.

Die Sprache spielt hierbei wohl eine bedeutende Rolle, da diese f�r uns in der Regel nicht ausreichend sei, um uns so auszudr�cken, wie wir uns f�hlen und wir uns letztendlich mitteilen wollen - Prediger hingegen schaffen es oft, durch ihre Reden auf eine gewisse Art mitrei�end zu wirken.

Aber nicht nur die Sprache, auch Globalisierung, f�hre zu einer Gewissen Verwirrung. da sich viele Menschen mit kulturellen Unterschieden begegnen. Eine Integration f�llt manchmal durch Gruppenbildung Gleichgesinnter schwer und es entstehen wieder unterschiedliche, sich begegnende Sinnfelder.

Der Philosoph Wilhelm Schmid erkl�rt, dass der Begriff Orientierung im deutschen Sprachgebrauch erst im 19 Jahrhundert gepr�gt wurde und vom Orient abgeleitet wurde - abgeleitet von "Wo ist meine Sonne". Vorher war dieser Begriff wohl nie notwendig. In �hnlicher Art und Weise war es fr�her wohl nie notwendig zu wissen, wie man Freunde findet, da diese fr�her einfach vorhanden waren. In der heutigen Zeit, wo viele Menschen am Computer nur f�r sich sein k�nnen, geht die Selbstverst�ndlichkeit menschlicher Interaktion zum Teil verloren.

Auf die�Frage nach Orientierung und L�sung komplexer Zusammenh�nge, eine kluge, nachhaltige und verl�ssliche Antwort zu finden, die auch f�r andere Menschen anwendbar ist, wird als weise bezeichnet. Weisheit selbst wird wohl in den unterschiedlichsten Kulturen als erstrebenswert empfunden.

In einem Berliner Weisheitsmodell, wird Weisheit durch f�nf wesentliche Grundbedingungen definiert.

Reiches Faktenwissen (man muss wissen womit man es zu tun hat)
Reiches prozedurales Wissen (Erfahrungen, notwendig um Faktenwissen sinnvoll einsetzen zu k�nnen)
Werte Relativismus (Tolerant mit Werten und Kulturen anderer sein)
Lebensspannen-Kontextualismus (Sich gewiss sein: L�sungen sind �nderungen im Leben unterworfen)
Erkennen von und Umgang mit Unsicherheit (Endlichkeit des Lebens und Relativit�t des Wissens anerkennen)

Letztendlich ist Weisheit eine Sammlung vieler Eigenschaften, die f�r sich alleine nicht ausreichen, um als Weisheit zu wirken oder als diese bezeichnet werden zu k�nnen. Erst die sinnvolle Kombinaten aller Eigenschaften f�hrt zum Erfolg.�Alle Eigenschaften sind von jedem erlernbar, finden in den Lehrbereichen aber kaum Anwendung, da sich diese Werte schlechter messen lassen als Intelligenz oder beruflicher Erfolg.

F�r den Abschluss wird f�r eine Orientierung im Leben empfohlen es wie Kinder, nach dem Prinzip Versuch und Irrtum (Trial and Error) zu machen. Ausprobieren, anschlie�end zur Besinnung finden, aus seinen Fehlern lernen und, wie es der Moderator so sch�n benennt, "seine Nadel immer wieder neu ausrichten".

Meine Meinung

F�r mich ergibt sich aus den Informationen der Dokumentation, dass wir uns gerade in einer Zeit des Umbruchs befinden und erst lernen m�ssen, eigenst�ndig Entscheidungen zu treffen und uns an uns selbst zu orientieren. Gleichzeitig ist es notwendig sich selbst behaupten und, aufgrund der vielen verschiedenen Meinungen, seine eigene Meinung standfest vertreten zu k�nnen. Hierbei d�rfte jeder individuell nacharbeiten m�ssen, wenn es zum Beispiel darum geht Selbstvertrauen zu entwickeln, oder sich seinen �ngsten zu stellen und ein Scheitern als einfachen Lerneffekt betrachten zu k�nnen.

Wie ist deine Meinung zu dem Thema? �ber einen Kommentar w�rde ich mich freuen :-)

Hinweis: Die Dokumentation liegt in der Mediathek leider nur in gek�rzter Fassung vor. Auf YouTube findet man die ca. 16 Minuten l�ngere Komplettfassung, die ich wegen�rechtlicher Bedenken hier nicht verlinken werde. Wer suchet, der findet!

Quelle

Scobel - Orientierung im Leben - Sinnstifter aller Art wollen unsere Aufmerksamkeit

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