Loslassen

Loslassen

Manchmal f�llt es schwer sich selbst oder eine Situation zu akzeptieren und man wehrt sich innerlich dagegen, dass es nun mal so ist, wie es eben ist. Ein Blick in den Spiegel reicht schon um sich zu sch�men, oder der Gedanke an den oder die Ex bereitet gro�e Trauer.

Irgendwann bekommt man dann vielleicht auch den Tipp "einfach loszulassen".

Aber was ist Loslassen �berhaupt? Vermutlich gibt es daf�r verschiedene Interpretationen, denen zumindest eins gemeinsam ist: Eine belastende Angelegenheit wird nicht mehr als belastend empfunden.

Aus eigener Erfahrung empfinde ich auch den ein oder anderen gut gemeinten Ratschlag�nicht sinnvoll, oder auf meine Situation anwendbar. Besonders�f�r Vergewaltigungsopfer, oder allgemein Menschen mit schweren Traumata, d�rfte "Loslassen" schwieriger sein - selbst wenn dies genau die L�sung sein sollte.

F�r manche Menschen dauert es eben l�nger, bis sie eine solide Basis haben auf der sie stehen, bevor sie wirklich loslassen k�nnen. F�r sie gibt es eben mehr Schritte zu gehen, als f�r Menschen mit kleineren Problemen.

F�r mich hat Loslassen nichts damit zu tun, dass etwas keine Rolle mehr spielt und vergessen wird. F�r mich hei�t es Situationen akzeptieren und als Teil seines Lebens annehmen zu k�nnen. Irgendwie den Blick wieder nach vorne richten zu k�nnen.

Loslassen vielleicht in der Hinsicht, nicht mehr an den bisherigen Vorstellungen festhalten zu wollen, sich selbst nicht mehr abzulehnen, oder bereit sein sogar neu anzufangen und erneut ins Leben einsteigen zu wollen. Wir haben alle irgendwann mal angefangen, warum sollte man das nur als Kind d�rfen?

Loslassen und sich nicht mehr gegen die inneren Widerst�nde wehren, sogar die Emotionen dahinter zulassen. Sich vielleicht auch Fragen woher eventuell die Angst kommt, die uns daran hindert uns auszuleben!

Gef�hlen freien Lauf lassen, selbst wenn diese nicht zum Bereich der N�chstenliebe geh�ren sollten. Wut genau so akzeptieren wie Trauer.

Loslassen von dem Gedanken nicht sauer, traurig oder entt�uscht sein zu d�rfen - moralische Gedanken keine Klammer des Seins bilden zu lassen. Warum sollten wir Freude annehmen, alles andere aber nicht?

Ich denke auch, dass man sich zumindest so weit regulieren sollte, dass man nicht dem n�chstbesten Menschen mit voller Wucht auf die�F��e tritt, weil einem eben danach ist. Man sollte sie sich aber auch nicht ganz verbieten.�Meistens sind sie Emotionen�nur von kurzer Dauer - warum sollten man Ihnen dann nicht diesen kurzen Augenblick g�nnen?�Ein kurzes Aufleuchten, wie eine Sternschnuppe im Nachthimmel!

Emotionen sind ein Teil von uns - nicht mehr und nicht weniger. Lassen wir diese nicht zu, kommt es zu inneren Widerst�nden und man f�hlt sich absolut nicht besser. Da angenehme und unangenehme Emotionen kommen und gehen, k�nnen wir ruhigen Gewissens zu uns sagen "Ich bin nicht meine Emotionen". Vielleicht kann man sie eher mit unseren Kindern vergleichen, da wir trotzdem die Verantwortung f�r "ihre" Reaktionen �bernehmen m�ssen.

Konkrete Tipps zum Loslassen kann ich leider nicht geben, da die Wege die jeder geht, doch sehr unterschiedlich sind. F�r mich ist ein wichtiger Aspekt die Selbstwirksamkeit, damit meine ich, mir selbst bewusst zu sein etwas �ndern zu k�nnen. Und die Gewissheit, dass jeder f�r seine Handlungen und Emotionen selbst verantwortlich ist.

Empfinde ich Wut, liegt das Problem in mir - also kann ich damit arbeiten. Empfindet jemand anderes Wut, ist es sein Problem und nicht etwa meine Schuld. Es sind unsere nicht erf�llten Erwartungen die uns dabei so oft ins Gem�t spielen.

Von positiven Affirmationen halte ich nicht viel, finde es aber durchaus sinnvoll nach Alternativen zu suchen, sowohl im Denken, als auch im Handeln. Es gibt immer unterschiedliche Sichtweisen und L�sungsans�tze f�r ein und die selbe Sache. Habe ich etwas �bersehen, gibt es vielleicht noch andere Sichtweisen?

Um nicht Opfer der eigenen "Betriebsblindheit" zu werden, ist es absolut in Ordnung sich jemanden zu Suchen, der dabei hilft, einen anderen Blick auf die eigenen Probleme zu gewinnen.

Entwicklung geschieht unterschiedlich. Mal langsam und schwer, oder sogar nur durch einen einzigen Impuls. Oft gibt es auch ein Auf und Ab, eine Berg- und Talfahrt der Gef�hle. W�hrend man noch die letzten sch�nen Gef�hle einatmet, kommt auch schon die n�chste Abfahrt! Ein Wandeln auf einem schmalen Grad zwischen Freude und Schmerz. Es gilt zu lernen diesen Pfad gelassen beschreiten zu k�nnen.

Insgesamt bleibt zu w�nschen, dass es ein stetiger Wachstum ist und man irgendwann lernt loszulassen! M�glich ist es f�r jeden.

Wer sich auf diesem Weg befindet, dem dr�cke ich die Daumen und W�nsche ihm alles Gute, sowie viel Erfolg!

Meine pers�nlichen, aber auch sehr speziellen, Gedanken zu diesem Thema, im Zusammenhang mit Partnerschaft und Beziehung, m�chte ich �ber das folgende Video mitteilen:

https://youtu.be/YG7z5nUQzqk

 

 

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