Konditionierung und Emotionen

In den Kreisen in denen ich mich bewege, vegane Ern�hrung und Pers�nlichkeitsentwicklung, wird oft versucht auf eine Konditionierung hinzuweisen, die unser Handeln bestimmt. Auf Wikipedia steht eine ausf�hrliche Beschreibung zu diesem Thema, welche mir allerdings zu kompliziert erscheint.

Konditionierung bedeutet f�r mich ein angelerntes Verhalten, dass sich automatisch abspielt, ohne dass wir Ausl�ser, Handlung und Folgen bewusst wahrnehmen. Dies ist nicht immer schlecht, kann aber auch zu negativen Folgen f�hren, wenn Handlung und Auswirkungen eigentlich nicht mehr w�nschenswert sind, wir sie aber trotzdem durchf�hren.

Viele unserer Handlungen laufen unbewusst ab, dies ist auch sinnvoll, da es Energie spart und oft wiederkehrende Abl�ufe vereinfacht und schneller macht. Man denke dabei alleine ans Autofahren. Wie anstrengend w�re es, wenn man jede Fu�bewegung und jeden Handgriff bewusst steuern m�sste?

Durch diese Automatisierung ergeben sich Handlungen die wir durchf�hren, ohne das "Wof�r" zu kennen oder das Ergebnis zu hinterfragen.

Manche dieser Handlungen haben wir von unseren Umfeld aus der Kindheit �bernommen, weil unsere Vorbilder es so gemacht haben. Teilweise kommen dabei richtig schr�ge Ergebnisse heraus. Kinder deren Eltern keine gl�ckliche Beziehung hatten und ein Elternteil das andere geschlagen hat, k�nnten dieses Muster f�r sich �bernehmen. Schl�ge als Liebesbeweis. Oder harmloser: "In einer intakten Beziehung streitet man sich eben. Da d�rfen schon mal die Fetzen fliegen. Ansonsten stimmt da doch etwas nicht."

Oder solche Spr�che wie "Solange du deine F��e unter unseren Tisch stellst, h�rst du auf das, was deine Eltern sagen!" �f�hren dazu, dass man der Meinung ist Menschen seien k�uflich oder durch Geschenke geh�rig zu machen. Schlie�lich muss man ja gehorchen, wenn man etwas bekommt.

Nicht bei jedem Menschen entwickeln sich solche Muster. Dies ist davon abh�ngig, wie ein Mensch Situationen bewertet und welche Schlussfolgerungen er f�r sich zieht. Der eine sieht es als Herausforderung, der andere als un�berwindbares Hindernis.

Sich solchen Mustern bewusst zu werden bedeutet eigenes Verhalten zu hinterfragen, sich auch mal die Rolle des Buhmanns anzunehmen, ohne sich gleich daf�r zu verurteilen. Der Gro�teil unseres Alltags verl�uft im Automatik-Modus. Wir k�nnten uns vermutlich die ein oder andere, immer wiederkehrende leidliche Situation ersparen, wenn wir uns die Zeit nehmen w�rden zu schauen, warum wir wir gerade etwas gemacht haben und welche Folgen unser Handeln hatte. Weg vom Funktionieren, hin zu mehr Achtsamkeit im Alltag.

Dies bedeutet auch sich mal zur�ckzunehmen und sich fragen, ob die eigenen Gef�hle auch wirklich das sind, wof�r man sie h�lt. Liebt man wirklich oder ist es doch nur Leidenschaft? Ist es Eifersucht oder Einsamkeit? Mag man jemanden, oder klammert man sich an die N�he, die man sich selbst nicht geben kann?

Ich denke nicht dass es darum geht das zu machen was andere einem Vorleben, egal ob Eltern, Freunde oder Vorbilder, sondern in sich hineinzuh�ren und die Art und Weise zu finden, in der man sich selbst am wohlsten f�hlt. Eine Balance zwischen Handeln und Gef�hlen zu finden, bei der man keine inneren Widerst�nde mehr entwickelt und mit sich selbst im Einklang ist.

Es lohnt sich in sich hineinzuh�ren und sich zu fragen, ob das, was man empfindet, auch wirklich das ist, wof�r man es h�lt.

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