Der 1. Mai - Tag der Arbeit

Seit �ber 100 Jahren ist der 1. Mai ein Symbol f�r den Aufstand der Arbeiterklasse f�r bessere Arbeitsbedingungen und einen gerechten Lohnausgleich.

Bereits am 1. Mai 1856 wurde in Australien f�r einen Achtstundentag demonstriert.

  • 8 Stunden Arbeit,
  • 8 Stunden Freizeit und
  • 8 Stunden Schlaf. In Anlehnung an diesen Arbeiteraufstand, wurde 1886 durch die nordamerikanische Arbeiterbewegung zu einem Generalstreik aufgerufen, um ebenfalls einen Achtstundentag einzufordern.

Obwohl bereits im Jahre 1866 durch Karl Marx und Friedrich Engels dazu aufgefordert wurde eine gesetzlich Begrenzung des Arbeitstages von acht Stunden einzuf�hren, wurden noch 1885, von sozialdemokratischen Abgeordneten, im Reichstag ein Arbeitstag von 10 Stunden beschlossen.

Obwohl die durchschnittliche Arbeitszeit seit 1991 r�ckl�ufig ist, betr�gt die durchschnittliche Arbeitszeit von Vollzeitbesch�ftigen etwa 41,4 Stunden pro Woche. Etwa 53% der Selbstst�ndigen haben im Jahr 2015 wohl sogar rund 48 Stunden pro Woche arbeiten.

Daf�r, dass der technische Fortschritt uns eigentlich immer mehr Arbeit abnehmen und leichter machen sollte, finde ich es erstaunlich, dass dieser sich nicht auf die Wochenarbeitszeit auszuwirken scheint und wir auf einem Arbeitszeitniveau von 1932 verbleiben.

Beachtenswert finde ich, dass unter den AOK Versicherten, in den Jahren 2004 bis 2015, ein stetiger Anstieg der Krankentage durch Burnout zu verzeichnen war. Immer weniger Menschen scheinen mit einem gestiegenen Leistungsdruck, und damit einhergehenden Anforderungen, zurecht zu kommen. Doch warum ist das so?

Gef�hlt habe ich den Eindruck, dass immer mehr Flexibilit�t von Arbeitnehmern gefordert wird und die wirkliche Arbeitszeit wesentlich h�her liegt. Durch neue Technik wird man erreichbarer und das wirkt sich f�r mich auch auf die Uhrzeiten aus. Erreichbar sein wenn der erste Kunde anf�ngt und immer noch erreichbar sein, wenn der letzte Kunde arbeitet. So k�nnten sich schnell Arbeitstage von 8:00 Uhr bis 23:00 Uhr ergeben. Warum 23:00 Uhr? Die Globalisierung der M�rkte hei�t auch eine Globalisierung der Arbeitszeiten. Ebenso vermute ich, dass durch die heutige Mobilit�t mehr Pendler unterwegs sind als fr�her und die reale Freizeit noch geringer ist. Wenn es schlecht l�uft, verbringt man seine Freizeit auf vollgestopften Stra�en und ben�tigt f�r 15 Kilometer Entfernung eine gute Stunde Fahrtzeit.

Ein Revoluzzer bin ich nicht, w�nsche mir aber trotzdem eine Ver�nderung des Arbeitsmarktes. In meinen Augen sollte nur jeder Mensch so viel arbeiten m�ssen wie er kann, ohne durch das System zu rutschen. Jeder Mensch ist individuell, hat eigene Qualit�ten, allerdings auch eigene Belastungsgrenzen, die ber�cksichtigt werden sollten.

In meinen Augen ist es wichtig unn�tige Verwaltungsstrukturen abzubauen und Personal in den ausf�hrenden Ebenen auszubauen. Damit meine ich zum Beispiel die Aufstockung von Pflegepersonal in Krankenh�usern, welche zur Hauptrisikogruppe eines Burnout geh�ren. Meiner Meinung nach sollte in diese Ebenen auch mehr Entscheidungsfreiheit gegeben werden, da Personal aus der Verwaltung oftmals keine realistische Einsch�tzung zu einem Bedarf abgeben kann.

Evolution ist f�r mich hier ein wichtiger Stichpunkt! Zum einen sollten die Menschen lernen mehr f�r sich einzustehen, womit ich keinen r�cksichtslosen Egoismus meine, zum anderen aber auch lernen mit anderen Menschen in einen Dialog zu treten. Bed�rfnisse zu �u�ern und eine gute L�sung f�r alle Beteiligten zu finden! Da niemand wissen kann was die beste L�sung f�r ein Problem ist, sollte man zumindest mal dar�ber nachdenken, klassische F�hrungsmodelle durch moderne auszutauschen - vielleicht bietet sich die betriebliche Konstellation ja daf�r an!?

So oder so, tr�gt letztendlich jeder f�r sich selbst die Verantwortung und kann nicht erwarten, dass jemand anderes die W�nsche f�r einen erf�llt. M�chtest man die Welt ver�ndern, muss man bei sich selbst anfangen!

Quellen

  • https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Mai
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Achtstundentag#Deutschland
  • https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Arbeitsmarkt/Erwerbstaetige/BroeschuereQualitaetArbeit.html
  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/239869/umfrage/arbeitsunfaehigkeitstage-aufgrund-von-burn-out-erkrankungen/
  • http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/viele-selbststaendige-haben-ueberlange-arbeitszeiten/150/3096/317142

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