Das Leben folgt keinem Schema - Sei achtsam auf dich selbst

W�hrend ich mich fr�her eher durch Menschen auf YouTube habe inspirieren lassen, finde ich die meisten Kan�le heute eher langweilig und oberfl�chlich. Vielleicht liegt dies einfach daran, dass ich viele Themen einfach schon mal irgendwo geh�rt habe.

In den letzten beiden Jahren habe ich eine Entwicklung in Richtung pers�nlicher Selbstst�ndigkeit gemacht, die mich nicht mehr alles blind aufnehmen l�sst, was hier und da so erz�hlt wird.

Die charismatischen Menschen von damals kommen mir teilweise wie narzisstische Besserwisser vor, die viel Wert darauf legen die besten, die tollsten und am weitesten entwickelten Menschen auf diesem Planeten zu sein � und niemand anderes sonst. Wenn sie dann mal etwas erz�hlen, was man leicht widerlegen kann, wird man meistens ignoriert und nicht beachtet � in meinen Augen ein Zeichen f�r mangelhaften, inneren Selbstwert. Jeder Fehler nagt an Glanz und Existenz, weswegen sie beschlossen haben nie Fehler zu machen. Nat�rlich machen sie weiterhin Fehler, was auch vollkommen in Ordnung ist, geben dies aber nicht zu. Im Gro�en und Ganzen habe ich meine Zweifel, dass ihnen dies bewusst ist.

Besonders interessant wird es f�r mich dann, wenn ein Bild von �Das Leben leben� vermittelt wird, welches nur darauf basiert seinen Job hinzuschmei�en, bisherige Kontakte in den Wind zu schie�en und den Rest seines Lebens in Thailand oder irgendwo anders, Hauptsache nicht in Deutschland, zu verbringen.

Doch so ein Leben ist weder notwendig, noch jedermanns Sache. Irgendwann sollte man anfangen sich auf sich selbst zu besinnen. Manchmal gestaltet sich dies als schwierig, wenn man in seiner Kindheit verlernt hat sich selbst zuzuh�ren. Wenn man Probleme hat seine Meinung oder Bed�rfnisse zu beachten und anderen mitzuteilen, k�nnte dies ein Zeichen daf�r sein, dass man dies in seiner Kindheit nicht lernen konnte oder versteckt hat.

Obwohl das jetzt absurd klingen mag, so kann es durchaus vorkommen, dass 30j�hrige Erwachsene anfangen Dinge zu lernen, die andere bereits mit 13 gelernt haben. Dies geht mehr Menschen so als man denkt! Da unser Gehirn bis ins hohe Alter �ber eine nicht zu untersch�tzende Plastizit�t verf�gt. Vorausgesetzt wir bringen die Bereitschaft dazu mit, k�nnen wir zu jeder Zeit lernen uns anders zu verhalten.

Meiner Meinung nach sollte man als erstes lernen sich selbst zuzuh�ren. Manche Schutzmechanismen sorgen daf�r, dass wir Gef�hle verdr�ngen und in die dunkelste Ecke unserer Wahrnehmung schieben. Durch Achtsamkeitstraining wie Meditation, Yoga, Qi Gong, Tai Chi oder einfach durch aufmerksames Essen, ist es m�glich einen intensiveren Bezug zu den eigenen Emotionen zu erlangen. Auch wenn wir nicht immer bemerken, wenn wir Angst haben � unser K�rper bemerkt es auf jeden Fall. Der Herzschlag wird schneller, vielleicht verspannt sich die Muskulatur oder wir bekommen Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder fangen an zu schwitzen. Zu diesen k�rperlichen Reaktionen geh�rt vielleicht ein seelischer Gegenpart, den wir neu entdecken m�ssen.

Um den Bezug zu sich selbst wieder herzustellen bedarf es eventuell einiger Arbeit. Hierzu sei erw�hnt, dass diese Arbeit auch wirklich Arbeit ist, regelm��iges �ben erfordert und mehrere Monate bis Jahre dauern kann. Manche Verhaltensmuster entwickeln sich eher nebenbei und es f�llt zun�chst gar nicht auf, welche Fortschritte man bereits gemacht hat. Deswegen lohnt es sich ab und zu mal zur�ckzublicken, um sich der bisherigen Erfolge bewusst zu werden.

Ganz wichtig: verzeihe dir selbst! Jeder Mensch gibt zu jedem Zeitpunkt das Beste, im Rahmen seiner M�glichkeiten! Solltest du dich �ber etwas aus deiner Vergangenheit �rgern und dir vielleicht die Schuld daf�r geben � versuche es abzuhaken. H�ttest du es damals besser gewusst, h�ttest du es auch besser gemacht. Selbst wenn wir etwas nicht machen, halten wir dies f�r die momentan beste L�sung. Anstatt zu versuchen die Vergangenheit zu bereuen, sollte man versuchen seine Gegenwart sinnvoll zu gestalten.

Eine weitere kleine Warnung: lernt man seine Emotionen auszuleben und seinen Bed�rfnissen zu folgen, kann dies schon mal zu mehr oder weniger kleinen Ausbr�chen f�hren. Anstatt standhaft seine Meinung zu vertreten, schnauzt man die n�chstbeste Person einfach an.

Manchmal hat die Person, die es erwischt, genau dies verdient und manchmal eben nicht. Wenn du m�chtest entschuldige dich einfach, ansonsten genie�e den �berraschungseffekt, ohne es dir zur Gewohnheit werden zu lassen. Je mehr du mit dir selbst im Reinen bist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines erneuten, emotionalen Ausrasters. Betrachte es als Wachstumserfahrung!

Ob man diese pers�nliche Entwicklung alleine oder mit Begleitung in Angriff nehmen m�chte, bleibt jedem selbst �berlassen. Sich Hilfe zu suchen, durch Coaching oder Therapie, ist auf jeden Fall vollkommen in Ordnung und meiner Meinung nach sehr empfehlenswert. So kann man sich bei eventueller Betriebsblindheit auch mal ein wenig Inspiration holen!

Nat�rlich geh�rt mehr als Achtsamkeitstraining dazu, um ganz man selbst sein zu k�nnen, aber mit irgendwas muss man schlie�lich anfangen! Das �berwinden und Erkennen von �ngsten ist eine andere Geschichte, aber letztendlich wirst du selbst die beste Orientierung f�r deine Bed�rfnisse sein!

[UPDATE: 18.08.2017] Aufgrund eines Kommentares unter einem YouTube-Video, m�chte ich folgendes erg�nzen: Ich halte es f�r sehr wichtig sich inspirieren zu lassen, da dies die eigenen Handlungsm�glichkeiten enorm erweitern kann. Allerdings sollte man auch in der Lage sein Informationen kritisch hinterfragen und f�r sich selbst abw�gen zu k�nnen. Genau an diesem Punkte m�chte ich �mit diesem Artikel ansetzen! Man sollte lernen seine eigenen W�nsche wahrzunehmen und anzuerkennen, sich nicht nur nach au�en, sondern auch nach innen orientieren k�nnen. Indem ich in mich hineingeh�rt habe, anstatt blind irgendeinem Schema zu folgen, konnte ich mich selbst besser kennen lernen, meine eigenen Bed�rfnisse von deren anderer abgrenzen und so zu mehr Selbstwert gelangen.

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