Inspiration, Kritik und Leveldenken

Zum Beitrag "sei achtsam auf dich selbst" habe ich einen wichtigen Kommentar erhalten. Ich wurde darauf hingewiesen, dass andere Menschen eine wertvolle Inspiration sein k�nnen, solange man ihre Aussagen weiterhin kritisch hinterfragt. Dieser Anmerkung stimme ich vollkommen zu!

Kein Mensch auf der Welt ist in der Lage alles zu k�nnen und wenn man sich in eine bestimmte Richtung entwickeln m�chte macht es durchaus Sinn, sich von anderen Menschen inspirieren zu lassen - bis zu dem Punkt, an dem man vielleicht seinen eigenen Weg gehen kann und m�chte.

Ist man sich seiner eigenen Bed�rfnisse bewusst, kann man zu jeder Zeit entscheiden was man mit dem erlernten Wissen anfangen m�chte. Um dies zu k�nnen, ist es in meinen Augen wichtig eine Balance zu finden - zwischen blindem Nacheifern, sich inspirieren lassen oder alles kategorisch abzulehnen. Jedes Extrem kann zu einem Stillstand f�hren und jeder muss f�r sich selbst herausfinden, was gerade n�tzlich ist und was nicht.

Jeder hat andere Bed�rfnisse und m�chte seinen eigenen Weg gehen. Dabei kann man unter Umst�nden auf Widerst�nde sto�en, wenn die eigenen Interessen die Freir�ume anderer Menschen verletzen. In solchen Situationen ist es manchmal schwer eine L�sung zu finden, mit der am Ende alle zufrieden sein k�nnen. Auch hier ist es wichtig wieder eine Balance zu finden, zwischen Offenheit gegen�ber anderer Meinungen und sich nicht manipulieren zu lassen.

Wenn es heutzutage um Kritik geht, wird diese meist negativ ausgelegt. Schaut man sich auf Wikipedia die Definition von Kritik an, so handelt es sich um eine Beurteilung und stellt somit eigentlich nicht mehr als eine Meinung dar. Eine Kritik kann somit positiv, oder negativ sein, wird aber selten neutral genutzt oder aufgefasst.

Aus welchen Gr�nden auch immer, wird Kritik als existenzgef�hrdend angesehen - jede negative Kritik nagt am Selbstbild. Es ist gef�hlt dann keine Beurteilung, sondern eine Verurteilung. W�re man in der Lage die Meinung von anderen als ebenb�rtig zu betrachten - das hei�t weder seine eigene, noch die Meinung des anderen auf- bzw. abzuwerten - k�nnte man zumindest eine sachliche Diskussion f�hren und w�rde sich dabei nicht mal angegriffen f�hlen.

Stattdessen greifen Abwehrmechanismen, man f�hlt sich schlecht und nicht gut genug sobald man keine Best�tigung findet, oder man ignoriert konsequent alles, was nicht der eigenen Meinung entspricht und beraubt sich so eines m�glichen Wachtsumspotentials.

Hierbei k�nnte es helfen Fehler nicht als Untergang, sondern als Chance zu sehen. Jeder macht mal Fehler und die allerwenigsten Fehler f�hren wirklich zu Katastrophen. R�umt man sich und anderen die M�glichkeit ein Fehler zu machen, erschafft dies Flexibilit�t ohne Angst und Leistungsdruck. Wenn man dann noch aus seinen Fehler lernt und sein Handeln anpasst, findet eine Entwicklung statt.

Wenn es um Entwicklung geht, habe ich schon des �fteren Kommentare wie "die sind noch nicht so weit entwickelt" geh�rt. Als ob das Leben aus Leveln bestehen w�rde. Diese Denkweise sehe ich kritisch, da dadurch Wertung und Abgrenzung entstehen. Nicht immer d�rfte diese Wertung n�tzlich sein. Diese Denkweise kann bestimmt auch Ansporn geben, sie kann meiner Meinung nach aber auch dazu f�hren, dass man sich st�ndig mit anderen vergleicht, man sieht, dass man nicht alles kann was andere k�nnen und befindet sich anschlie�end in einem st�ndigen Wettkampf in dem man nie als Sieger hervorgehen wird. Warum sollte jemand besser oder schlechter sein? Jeder hat seine Existenzberechtigung - ob es uns passt, oder nicht. Vielfalt ist eine Bereicherung!

F�r mich geht es in der Entwicklung seiner Pers�nlichkeit nicht um Level, sondern um die Entwicklung seiner Pers�nlichkeit, die letztendlich nur individuell sein kann. Es geht f�r mich darum sein Leben nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Hat man gerade keine Vorstellung von den eigenen Bed�rfnissen, sollte man sich zun�chst mit den Ursachen daf�r besch�ftigen. Die eigenen �ngste und Blockaden, die vielleicht unter einer dicken Schicht Verdr�ngung versteckt sind und einen davon abhalten die eigenen Ziele zu erkennen.

Da man nicht alleine auf dieser Welt lebt, wird man auch immer wieder an Grenzen sto�en - entweder die eigenen, oder die anderer Menschen. Dies ist vollkommen in Ordnung, da man sich immer wieder neu ausrichten kann. Es gibt auch keinen Grund sich schlecht zu f�hlen, wenn etwas mal nicht so geklappt hat, wie man es gerne h�tte. Man hat dann nicht alles falsch gemacht - schlie�lich hat man bis zu diesem Punkt �berlebt und somit etwas verdammt richtig gemacht! Jetzt geht es um den Bonus, das Wohlfgef�hl, an dem man arbeiten kann.

Gerne w�rde ich jetzt konkrete Vorschl�ge geben wie "bleibe offen f�r Ver�nderungen", "inspiriere dich ohne abh�ngig zu werden", oder "vermeide unheilsames Konkurrenzdenken" - aber ich wei� nicht ob das Leben so einfach ist. Die Dinge, die f�r den einen selbstverst�ndlich sind, sind f�r den anderen scheinbar un�berwindbare H�rden. Wir k�nnen uns auch nicht immer in den anderen hineinf�hlen, weil wir eben nicht Dinge durchlebt haben, wie der Gegen�ber.

Deswegen mein Vorschlag, falls du es nicht eh schon so machst: Finde den f�r dich passenden Weg!

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