Erwartungen und emotionale Selbstverletzung

Manchmal sollte man sich zurecht fragen, wie man darauf reagieren w�rde, wenn andere einen so behandeln w�rden, wie man sich selbst behandelt. Wie f�hlt es sich an, wenn andere einen als zu dick und als nicht gut genug bezeichnen? Wie oft sagt man solche Dinge innerlich zu sich selbst?

Es sind aber nicht nur die inneren Verurteilungen mit denen man sich selbst Schaden zuf�gt. Auch das, was man oberfl�chlich gegen andere richtet, kann eine Form der Selbstverletzung darstellen, zumindest auf einer emotionalen Ebene.

Buddha soll einmal gesagt haben

"An seinem �rger festzuhalten ist genauso wie eine gl�hende Kohle in die Hand zu nehmen, um sie nach jemandem zu werfen. Du bist derjenige, der sich verbrennt." Wut kann unterschiedliche Gr�nde haben. Eventuell weil jemand sich nicht so verhalten hat wie man es erwartet, weil man seine Grenzen nicht verteidigen kann, oder aber auch angestauter Frust. F�r mich ist eine gro�e Ansammlung an Energie die kein Ventil findet. Aus welchen Gr�nden auch immer brennt und lodert es in einem selbst, w�hrend es dem anderen weiterhin gut geht. Somit schaden wir in erster Linie uns selbst. Nun k�nnte man auf die Idee kommen dieser Energie freien Lauf zu lassen, was kurzfristig bestimmt auch helfen d�rfte, letztendlich aber doch irgendwie auf einen zur�ckkommt.

Es soll in diesem Beitrag aber nicht nur um Wut gehen, sondern um alle Gef�hle, die einen selbst einschr�nken oder schaden. Neben der Wut geh�ren f�r mich auch noch Ablehnung und Begierde dazu. Zum Teil auch Angst, die uns nicht mehr nur besch�tzt, sondern unser Leben im gro�en Ma�e einschr�nkt. In diesem Zusammenhang gef�llt mir die Bezeichnung "nicht heilsam" sind.

Vielleicht f�llt dir ja auch noch die ein oder, nicht heilsame Emotion ein!?

Eventuell das unbehagliche Gef�hl wenn jemand bei dir ist, den du nicht in deiner N�he haben m�chtest? Oder diese Nervosit�t, wenn eine geliebte Person sich mit jemand anderem gut versteht? Oder diese Beklemmung, wenn du dich nicht traust deine Meinung zu sagen, es insgeheim aber m�chtest? Vielleicht auch das misstrauische Be�ugen deines nackten K�rpers im Spiegel gefolgt vom Einziehen des Bauches und Verstecken ungeliebter P�lsterchen? Oder diese berauschende Energie, wenn jemand Unsinn erz�hlt und du die Sache richtigstellen m�chtest?

Nun folgt eine, unter Umst�nden, verwirrende Aussage: Es ist in Ordnung Erwartungen zu haben, sie helfen dabei das eigene Leben auszurichten. Oft sind es nicht erf�llte Erwartungen, durch die wir uns selbst Schaden.

Dies gilt zumindest dann, wenn wir darauf bestehen, dass gewisse Erwartungen erf�llt werden. Einige unserer W�nsche, also Erwartungen, sind einfach kulturell gepr�gt, wie zum Beispiel das klassische Bild einer Familie oder Partnerschaft. Es gibt allerdings auch Erwartungen, wie Sch�nheitsideale, die durch Werbung geweckt und verst�rkt werden k�nnen.

Erwartungen sind von Natur aus weder gut noch schlecht. Man sollte sich allerdings auch bewusst machen, dass niemand verpflichtet ist, weder man selbst noch andere, von irgendwem die Erwartungen zu erf�llen. Werden die eigenen Erwartungen nicht erf�llt, entscheidet der Umgang damit, ob diese schmerzhaft werden, oder nicht.

Geht der Partner oder die Partnerin fremd, kann man traurig oder w�tend sein. Man kann die Beziehung versuchen zu retten oder direkt beenden. Wir handeln dabei stets nach besten Wissen und Gewissen. Wie viel Schmerz und Vertrauen zur�ckbleiben ist ganz individuell. Was vermutlich in den seltensten F�llen eintritt sind solche Aussagen wie "Ich liebe dich, aber ich habe andere Erwartungen an meinen Partner und mein Leben. Lass uns besser getrennte Wege gehen, dies ist f�r uns beide besser.". Eine Einstellung, die von jedem die Bed�rfnisse ber�cksichtigen w�rde, ohne dass es wirklich zu Verletzungen kommt, weil jeder seine Bed�rfnisse haben darf.

Es k�nnen aber auch noch andere Situationen sein, wo Erwartungen deutlich werden. Wenn der Nachbar seine Hecke nicht weit genug stutzt. Wenn jemand die Bahn verpasst oder im Stau stecken bleibt. Wenn uns jemand den letzten Parkplatz wegschnappt oder die Einfahrt zuparkt.

Manchmal kann es aber auch befriedigend sein und Spa� machen sich aufzuregen. Geradezu befreiend!

F�r mich ist es wichtig, mich selbst zu hinterfragen. Stets in mich hineinzuf�hlen und zu entscheiden, ob es mir aktuell gut geht oder nicht. Sollte es mir nicht gut gehen, lohnt es sich mehr nachzuf�hlen, warum es mir nicht gut geht. Sind es bestimmte Gedanken die mich belasten und einengen? Rege ich mich �ber etwas auf, was kann ich tun um mich nicht mehr dar�ber aufzuregen? Welche Rolle spiele ich selbst dabei?

Sich bewusst machen dass man einen gewissen Anteil selbst zu jeder Situation beitragen kann, n�mlich die eigenen Bewertungen, er�ffnet viele M�glichkeiten diese Situation auch wieder zu verlassen.

Mir hat der Entschluss geholfen mir selbst nicht mehr weh tun zu wollen. Irgendwie kam in mir der Gedanke hoch "Warum sollte ich mir selbst weh tun? Das macht keinen Sinn!". So entschloss ich mich mehr auf mich selbst zu achten und zu vermeiden, mich selbst in unangenehmen Gef�hlslagen zu halten. Das klappt nicht immer, aber auch das geh�rt irgendwie zum Leben und Lernen dazu. Ver�nderungen brauchen manchmal ihre Zeit.

Im gleichen Zuge tat es mir nicht nur gut Verantwortung f�r mein eigenes Handeln, F�hlen und Denken zu �bernehmen, sondern auch die Verantwortung anderer ihnen selbst zu �berlassen. Andere Menschen sind ebenfalls f�r ihre Emotionen und Erwartungen verantwortlich!

Zugegeben: Wer immer nur auf die eigenen Bed�rfnisse R�cksicht nimmt, wird auf Dauer ziemlich einsam sein.�Da wir im Leben aufeinander angewiesen sind, ist es notwendig, f�r sich die goldene Mitte zu finden. Manchmal kann man seine eigenen Bed�rfnisse und Erwartungen zur�ckstellen und trotzdem irgendwie an der Freude des anderen teilhaben. In anderen F�llen klappt das wiederum nicht. Doch ich bin insgesamt zuversichtlich, dass jeder in der Lage ist, die f�r sich passende Balance zu finden!

In sich hineinf�hlen, Verantwortung zu �bernehmen und abzugeben, sich dazu entschlie�en, sich emotional nicht mehr selbst zu verletzen!

Quellen

http://aggressionenabbauen.de/umgang-mit-wut

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