Unangenehme Gefuuml;hle

Unangenehme Gef�hle

Aktuell geht es mir nicht so gut: Meine Di�t schreitet langsamer voran als ich es gerne h�tte, das Chaos in meiner Wohnung ist nach kurzer Besserung wieder zur�ckgekehrt, die wichtigen Studien und Wiederholungen f�r meine Heilpraktikerausbildung habe ich ausgelassen und das Buch, was ich hier zur Rezension liegen habe, habe ich immer noch nicht durchgelesen. Meinen Urlaub habe ich auch nur mit Nichtstun verbracht und anstatt etwas sinnvolles zu tun, die sinnlosesten Zeichentrickserien auf Netflix und Amazon gesuchtet. Zu wenig bewegt und zu viel gegessen sowieso! Letztes Wochenende h�tte ich fast noch einen Unfall auf der Autobahn gebaut, weil ich beim Spurwechsel ein Auto nicht bemerkt habe und gestern habe ich dem Kassierer zu wenig Geld gegeben.So langsam komme ich mir unf�hig und minderwertig vor und selbst kleine Dinge reizen mich inzwischen. Insgesamt bin ich gerade n�her am Wasser gebaut als sonst.

Mit H�nden und F��en wehre ich mich gegen dieses unangenehme Gef�hl in meiner Brust, wodurch es eigentlich nur noch schlimmer wird. Und genau dort liegt auch das Problem!

Schlechte Gef�hle wollen Aufmerksamkeit und indem man versucht diese wegzudr�cken, gewinnen sie eigentlich nur an Intensit�t. Je intensiver ich versuche ein Gef�hl nicht haben zu wollen, desto mehr dr�ngt es sich mir auf und meine Anstrengungen verst�rken sich, ohne dass es am Ende einen Gewinner geben kann.

Stelle ich mir meine Gef�hle als einen Fluss vor, bei dem das Flie�en das einzige Ziel ist, so fallen mir auf Anhieb drei Methoden ein, wie ich mit dem Wasser aus diesem Fluss umgehen kann. Die erste Art ist, dass ich einen Staudamm baue und das Wasser zur�ckhalte. Der Fluss der Emotionen ebbt ab und staut sich hinter einer hohen Wand. Das Wasser ist noch da, aber immerhin sehe ich es nicht mehr. Die zweite Art ist der zweifelhafte Versuch das Wasser festzuhalten. Es flie�t, ich finde es gro�artig, liebe die Freude die nie vergehen soll, doch sie l�sst sich nicht festhalten und flie�t weiter. Zur�ck bleibe ich mit leeren H�nden und einer Sehnsucht an die sch�nen Erlebnisse, die ich mir wieder herbeisehne. Die dritte Art ist eine neutrale Art, rundherum nur Wasser, gro�e Wellen, kleine Wellen, alles flie�t vorbei, nichts was man festhalten oder wegdr�cken m�chte. Es ist da, aber mehr auch nicht. Einfach sich treiben lassen!

Aktuell geht es mir nicht so gut. Nachdem ich in den letzten Tagen diese unangenehmen Gef�hle von mir geschoben habe, habe ich sie heute zugelassen und mich n�her mit ihnen besch�ftigt. Dieses Besch�ftigen zahlte sich aus, weil dadurch tiefe Bed�rfnisse zum Vorschein kamen.

Als ich dem Kassierer zu wenig Geld und beim Spurwechsel fast noch ein Auto gerammt hatte, war mir dies unangenehm. Es war mir unangenehm, weil ich die Reaktionen der Menschen unangenehm fand - Ablehnung. Doch warum ausgerechnet Ablehnung? Dahinter verbirgt sich bei mir der Wunsch nach Anerkennung und Zuneigung, der mir beide Male gar nicht so bewusst war. Die Erf�llung dieses Bed�rfnisses war in Gefahr!

Das Bed�rfnis nach Anerkennung ist vollkommen in Ordnung und verst�ndlich, allerdings muss ich mich an dieser Stelle auch fragen, ob ich es mir im Moment selbst genug gebe. Schlie�lich ist niemand daf�r verantwortlich dieses Defizit bei mir auszugleichen und sich dieses bei einem beliebigen Kassierer oder Autofahrer holen zu wollen, macht eigentlich nur wenig Sinn.

Aber darum soll es in diesem Beitrag auch gar nicht gehen! Sondern darum, dass es sich lohnen kann, auch seinen negativen Emotionen Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn ich versuche unangenehme Gef�hle zu vermeiden und sie von mir zu schieben, verpasse ich vielleicht Botschaften und W�nsche, die sich dahinter verbergen k�nnen.

Aktuell geht es mir nicht so gut - aber das ist ok. Denn jetzt kenne ich einen Teil meiner Bed�rfnisse und kann mich darum k�mmern. Und alles nur, weil ich versucht habe mir selbst zuzuh�ren. Versuche es doch auch mal! Vielleicht lohnt es sich ja?

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