Von vergessenen Tr�umen und guten Vors�tzen

Es ist der zweite Weihnachtsfeiertag, so langsam geht Gesch�ftigkeit in Entspannung �ber, der Jahreswechsel steht kurz bevor und es ist Zeit sich Gedanken �ber das vergangene Jahr zu machen.

F�r mich war es ein Jahr des Wachstums, aufgrund einiger H�hen und Tiefen. Ja, es h�tte schlimmer sein k�nnen, war es aber nicht, wor�ber ich sehr froh bin. Es kamen mehr Dinge ans Tageslicht wo ich f�r mich noch Nachholbedarf sehe und weniger Dinge, die ich abschlie�en konnte. Diesen Umstand empfinde ich als positiv, da es f�r mich auch eine Art "Erwachen" darstellt. Das meine ich nicht im spirituellen Sinne, eher ein bewusst werden der Dinge, die mich bisher eingeschr�nkt haben.

Einige Vorhaben, wie eine Pr�fung zum Heilpraktiker f�r Psychotherapie, r�cken aktuell eher in den Hintergrund - was dann wohl zu den vergessenen Tr�umen geh�rt. Gute Vors�tze finde ich immer tr�gerisch, da sich die meisten im Laufe des Jahres wieder verlieren, aber auch so hatte ich mir einige Dinge vorgenommen, wo es sp�ter an Engagement mangelte. Wenn es um das Warum geht, bin ich nat�rlich nicht um Ausreden verlegen. Wenig Energie, psychische Belastung auf der Arbeit, Vergammeln im ein oder anderen Online-Spiel um endlich mal abzuschalten. Letztendlich ist es vielleicht Angst vor Ver�nderungen und lieb gewonnene Sicherheit aufzugeben, selbst wenn diese ihren gesundheitlichen Tribut zollt. Vielleicht war es auch nicht das Richtige, vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt, oder vielleicht irgendeiner anderer Grund den man f�r sich findet, um sich nicht mit unangenehmeren Aspekten besch�ftigen zu m�ssen.

Das Sch�ne an Ver�nderungen ist, dass sie immer und st�ndig passieren. Das, was man einst gewollt, aber wieder aufgegeben hatte, kann man zu jedem Zeitpunkt wieder aufgreifen. Manchmal muss man etwas mehr Aufwand betreiben, mal etwas weniger. Zu alt ist man eigentlich nie, was mir jemand klar machte, der mit 61 noch einen beruflichen Perspektivenwechsel anstrebt.

M�chte man von einem Suchtstoff loskommen, zum Beispiel Alkohol oder Zigaretten, so lohnt es sich vielleicht sogar �rztliche Hilfe zu suchen. In dieser Hinsicht braucht man es - trotz gesellschaftlicher Akzeptanz - nicht sch�nreden: Nikotin und Alkohol sind Drogen.

R�ckblickend betrachtet pflege ich ein wenig Wehmut, wenn ich bedenke wie alt ich bin und wie wenig ich bisher wirklich gelebt habe. Geborgenheit und Wohlf�hlzone k�nnen eben auch sehr einschr�nkend wirken. Manche Dinge umzusetzen braucht Zeit und �bung - Wege f�r die es selten eine Abk�rzung gibt.

Was mir in diesem Jahr ebenfalls bewusst wurde: man selbst hat die Wahl, man selbst hat den Einfluss und ja, Ver�nderungen haben meistens ihren Preis - nicht jeder ist bereit diesen zu bezahlen. Ein sch�nes Beispiel ist der Einsatz von Insektiziden & Co.

Niemand m�chte wirklich vergiftete B�den oder Massensterben von Insekten f�rdern, daf�r sind diese zu wichtig. Doch wie bereit bin ich, du, oder alle anderen auf den schnellen Einkauf zu verzichten? Nicht die in Plastik eingepackten S�dfr�chte f�r g�nstiges Geld zu kaufen? Wie einfach ist es, psychisch gesehen, saisonal und regional einzukaufen, m�glichst mit Papiert�ten, m�glichst ungespritzte Lebensmittel? Den Hei�hunger auszuhalten, der einen zwischendurch packt und einen hibbelig macht, wenn man nicht in den Supermarkt geht um diese Gel�ste sofort zu befriedigen? Nun gut, nicht jeder hat damit Probleme, aber ich ganz bestimmt!

In diesem Punkt sehe ich einen gro�en wirtschaftlichen Einfluss, den sich viele nicht bewusst sind! Die Menge macht es und wenn man die Welt ver�ndern m�chte, sollte man doch zun�chst bei sich selbst anfangen. Es mag zwar stimmen, dass der Einzelne nicht viel Einfluss hat, aber jeder einzelne ist wichtig - schlie�lich wird ja auch jeder einzelne mit Werbung zugeballert, um Konsum zu generieren. Erst wenn eine kritische Masse ihr Konsumverhalten �ndert, werden auch die Unternehmen umdenken. Doch bis dahin muss man halt auch gewisse Dinge in Kauf nehmen. Vermutlich lohnt es sich aber, da der Preis f�rs Nicht-Handeln jeden Tag gr��er wird. Solange die Ware ihre Abnehmer findet, wird aber wohl kaum Handlungsbedarf generiert.

Als Gute Vors�tze m�chte ich es nicht bezeichnen, aber es gibt einige Dinge in meinem Leben, die ich verst�rkt beachten und verfolgen m�chte.

Mehr Ordnung in mein Leben und meine Wohnung zu bringen. Saisonal und regional einkaufen, sowie insgesamt bewusster konsumieren. Dinge kaufen die ich wirklich m�chte und brauche und dabei lernen, mit meinen eigenen S�chten besser umzugehen. Au�erdem wieder mehr Zeit in� Fortbildungen, Lernen und Lesen investieren. Wege zur Kreativit�t finden, anstatt in einer digitalen Demenz zu enden. Was wohl mein schwierigstes Vorhaben wird: Weiter lernen mich abzugrenzen und keine Angst� haben kritische Entscheidungen zu treffen.

Statistisch gesehen ist die R�ckfallquote bei Hauruckumstellungen zwar geringer, aber f�r mich kann ich sagen, dass ich den langsamen Weg gehen werde, da dieser f�r mich umsetzbar ist.

Was das hei�t? F�r mich hei�t das mit kleinen Schritten anzufangen und die Ver�nderung zu kultivieren. Erst klein anfangen und die Ver�nderung immer gr��er werden lassen. Mehr Meditation w�rde zum Beispiel hei�en "Erst f�nf Minuten t�glich meditieren und nach und nach die Dauer erh�hen". Hauptaugenmerk liegt f�r mich hierbei auf der Kontinuit�t. Es wichtig am Ball zu bleiben und die Ver�nderung zur Selbstverst�ndlichkeit werden zu lassen. Sollte es mal nicht klappen, dann bringt es meiner Meinung nach nichts, sich daf�r zu verurteilen. Man kann sich die Intention zu jedem Zeitpunkt wieder bewusst machen und neu anfangen. Ebenso lohnt es sich in meinen Augen auch, sich f�r das zu loben, was man bisher geschafft hat ... auch Kleinvieh macht Mist und jedes Durchhalten ist und war ein Erfolg! Es kann sich lohnen, sich positive und negative Verst�rker zu schaffen, mit denen man sich selbst motivieren kann.

Ver�nderungen und Vorhaben kann und sollte man immer umsetzen - daf�r braucht man keinen Jahreswechsel!

Alles Gute f�r deine Ver�nderungen!

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