Buch "Die Rohkosttherapie - Guy Claude Burger", Heyne Verlag, 2. Auflage von Februar 2001

Nach gut drei Wochen habe ich es heute nun endlich geschafft das Buch fertig zu lesen! Dass es so lange gedauert hat lag nicht daran, dass es so langweilig war, sondern dass ich allgemein so langsam lese und auch immer nur etappenweise.

Das Buch selbst ist im Interview-Stil geschrieben und ein ständiger Wechsel zwischen vermeintlich kritischer Fragestellung und einer befürwortenden Antwort zur instinktiven, rohköstlichen Ernährung. Hauptmerkmal lag eher auf den gesundheitlichen und weniger auf den ethischen Aspekten der Ernährung. So findet der Verzehr von Fleisch und Eiern durchaus seinen Platz in der instinktiven Ernährung, solange diese im rohen Zustand verzehrt werden. Heute, 13 Jahre später, hat Herr Burger aber wohl auch hier wieder eingelenkt und verzichtet auf Fleisch.

Herr Burger erzählt von vielen seiner Erlebnisse und hebt in diesen Geschichten immer wieder, fast wie Wunder wirkende, Heilungsprozesse hervor, die mit einer instinktiv geführten Rohkosternährung einhergehen.Zwar wird meiner Meinung nach überwiegend auf wissenschaftlicher Basis argumentiert, allerdings hatte ich ebenso oft den Eindruck, dass die Argumente passend für die eigenen Zwecke interpretiert wurden. Besonders erstaunlich empfand ich allerdings die Tatsache, dass einige der damals durchgeführten Studien selbst heute noch aktuell sind. Das, was heute in so vielen Büchern zu lesen ist, war anscheinend vor gut 20 Jahren bereits bekannt und trifft wieder den heutigen Zeitgeist.

Schreibstil und Aufbau des Buches empfand ich insgesamt als sehr ansprechend, nachvollziehbar und verständlich. Was mir nicht so gut gefallen hat war, dass ich eher einen Ratgeber erwartet habe, wie man sich instinktiv ernährt. Diesem Part wurde leider nur am Ende des Buches, mit einem Umfang von fünf Seiten Beachtung geschenkt, indem man kurz (Stichpunktartig) auf die Durchführung eines eigenen Crashkurses eingegangen ist. Um die Rohkost-Therapie gefahrlos und mit Erfolg durchführen zu können, soll man sich laut Burger aber lieber für einen seiner Kurse anmelden.

Leider war das Buch nur noch gebraucht zu bekommen und hat im Laufe der letzten dreizehn Jahre eine Vervierfachung seines damaligen Verkaufspreises erlebt. Auf jeden Fall hat es mir gut gefallen und ich finde es schade, dass es heute nicht mehr verlegt wird.

Die Bücher, die man heute zu diesem Thema kaufen kann, laufen eher unter dem Begriff "Urkost". Wer einfach mal so reinschnuppern möchte, findet auf der Internetseite http://www.rohkostwiki.de/ eine umfangreiche und kostenlose Informationssammlung zu allem, was mit Rohkost zu tun hat.

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