Dieses Buch wurde mir kostenlos als Rezensionsexemplar vom Knaur Verlag zur Verfügung gestellt

Bernhard Moestl ist Jahrgang 1970 und arbeitet als Vortragsredner und Business Coach mit den Schwerpunkten Bewusstsein und Führung. Als einer von wenigen Europäern bekam er die Gelegenheit Kampftechniken und Philosophie in Shaolin zu erlernen und stellt in seinem Buch sieben Prinzipien zur emotionalen Selbstbestimmung vor.

Aufbau und Inhalt

Die Einleitung des Buches erklärt wie das Buch aufgebaut ist und wie man damit arbeiten sollte. Anschließend wird jedem Prinzip zur emotionalen Selbstbestimmung ein eigenes Kapitel gewidmet.

Einleitung

  1. Das Prinzip der Ausgeglichenheit Lerne zu verhindern, dass dein Gegner dich mit deiner eigenen Kraft besiegt
  2. Das Prinzip der Abgrenzung Lerne, deine Handlungen von denen deiner Gegner zu trennen
  3. Das Prinzip der Erwartungslosigkeit Lerne, dein Tun von Erwartungen zu befreien
  4. Das Prinzip des Nicht-Tuns Lerne, dass Nicht-Tun Angriff und Verteidigung in einem ist
  5. Das Prinzip der Standhaftigkeit Lerne, ausschließlich nach deinen Überzeugungen zu handeln
  6. Das Prinzip der Gegenwehr Lerne, Kämpfe zu beenden, bevor sie begonnen haben
  7. Das Prinzip der Selbstbeherrschung Lerne, deine Gefühle nur selbst zu kontrollieren Epilog Danksagung Wem ich danke sagen möchte Zur Veranschaulichung werden immer wieder kleine Geschichten oder Beispiele hinzugezogen, um einzelne Sachverhalte nachvollziehbarer zu gestalten. Jedes Kapitel, was ein Prinzip behandelt, enthält am Ende zwei Seiten mit Übungsaufgaben. Zusätzlich befinden sich im Text weitere Arbeitsaufgaben (in roter Schrift), die in einem extra für das Buch angelegten Arbeitsheft bearbeitet werden können. Wichtige Bemerkungen oder Zitate werden in einem extra Textblock, ebenfalls mit roter Schrift, hervorgehoben.

Meine Meinung

Auch wenn ich über keine großen Kenntnisse über Buddhismus verfüge, halte ich doch sehr viel von dieser Philosophie, so wie man sie hier im Westen erleben kann. Deswegen konnte ich auch mit vielen Abschnitten und Äußerungen aus diesem Buch etwas anfangen und verbinden.

Viele der zwischendrin eingefügten Geschichten haben genau dieses buddhistische Etwas, was mich stark an Geschichten von Ajahn Brahm erinnerte.

Die Schrift ist in einer guten Größe gewählt und der Text angenehm geschrieben, was ihn für mich nicht nur optisch, sondern auch mental, gut lesen lässt.

Die Arbeitsaufgaben empfand ich als eine gute Gelegenheit sich mit eigenen Emotionen und Gedanken auseinander zu setzen. Teilweise konnte man auch schon erahnen was der Autor mit einer Frage bezweckte, was die einzelne Aufgabe mehr oder weniger wichtig werden ließ. Meiner Meinung nach war nicht jede Aufgabe notwendig, dennoch schadete es mir nicht, mich auch auf Aufgaben einzulassen, die mir weniger interessant schienen.

Sehr interessant war für mich die Betrachtung eines Kampfes aus heutiger Sicht. So finden zwar weniger körperliche Auseinandersetzungen statt, aber es existieren durchaus Machtkämpfe unter der Oberfläche, welche eben auch emotionale Manipulation einschließen.

Bernhard Moestl weist auf Feinheiten in der menschlischen Kommunikation hin hin, die mir nicht immer so bewusst waren, was auch meistens vermutlich die Hauptursache für ein Problem ist.

Erstaunt war ich auch über die Auswirkungen der Gesellschaft auf unsere persönlichen Denk- und Handlungsweisen, die sich mir in einem Beispiel bestätigten. So sollte man aufschreiben, was einem an vier, in dem Buch aufgeführten, Matheaufgaben auffällt. Von diesen vier Aufgaben war eine Aufgabe falsch und Moestl schreibt, dass wir dazu tendieren, lediglich die falsche Aufgabe zu erwähnen und nicht die drei richtigen. Für mich konnte ich bestätigen, dass ich zu wenig Augenmerk auf „das Gute und Richtige“ lenke. Irgendwie ist dies ja schon eine leicht verzerrte Wahrnehmung der Realität, oder nicht?

Für mich ist dieses Werk ein gelungenes Arbeitsbuch zu den Themen Selbstsicherheit, Selbstbestimmung aber auch Selbstreflexion geworden, welches dabei hilft sich mit verschiedenen Situationen im Alltag bewusster auseinandersetzen zu können. Weiterhin wird der Leser ermutigt zu sich selbst zu stehen und das Zepter, über seine Emotionen, selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht durch die Grenzen anderer Menschen einschränken zu lassen.

Nicht alles war für mich sinnvoll, aber ich hatte auch einige Aha-Momente, die ich im Nachhinein nicht missen möchte.

Der Preis ist für eine gebundene Ausgabe durchaus in Ordnung und bestimmt keine Fehlinvestition für Menschen, die einen Bezug zum Buddhismus haben und sich mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen möchten.

Weitere Informationen

Titel: Denken wie ein Shaolin – Die sieben Prinzipien emotionaler Selbstbestimmung Autor: Bernhard Moestl Herausgeber: KNAUR ISBN: 978-3-426-21401-5 Preis: 16,99 € Homepage: Denken wie ein Shaolin bei Droemer-Knaur Sonstige Informationen: 192 Seiten

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