Im Rahmen meines persönlichen Happiness Projekt, beschäftige ich mich auch mit „Aufräumen“. Für mich lag es deshalb nahe, auch ein Buch zu diesem Thema zu lesen. Besonders dann, wenn der Klappentext es als „Bibel unter den Aufräum-Ratgebern“ bezeichnet!

Die Autorin, Karen Kingston, widmet sich in diesem Buch dem Thema Aufräumen, unter dem Aspekt des Feng Shui und wie Gerümpel Leben und Alltag belasten, bzw. welche Auswirkungen Gerümpel auf unseren Alltag hat.

Aufbau und Inhalt

Das Buch besteht im Wesentlichen aus drei Teilen. Die Autorin beschreibt was alles als Gerümpel angesehen wird, wie man dieses in seinem Leben einordnen und welche Auswirkungen sowohl Gerümpel als auch Entrümpeln haben können.

In Teil 1 „Was ist Gerümpel?“, wird kurz auf den Aspekt Feng Shui eingegangen. Was unter Feng Shui zu verstehen ist und wie die eigenen Ansätze der Autorin aussehen. Weiterhin wird auf die Wirkung von Gerümpel (blockieren von Energie) und Aufräumen eingegangen (hilft Energie wieder fließen zu lassen). Es wird auf die Folgen von Unordnung hingewiesen und warum Menschen Gerümpel anhäufen und was dies mit Loslassen zu tun hat.

Teil 2 behandelt das Thema „Gerümpel erkennen?“ und hilft zunächst dabei, durch die Erklärung und Anwendung eines Feng-Shui-Bagua, Wohnung und Zimmer in Energiezonen einzuteilen, welche sich wiederum auf bestimmte Lebensbereiche auswirken sollen, beziehungsweise symbolisieren. Ebenso werden verschiedene Gerümpelarten aufgezählt, wie zum Beispiel ungeliebte Geschenke, Papierberge und die Ergebnisse von Sammelleidenschaften.

Tipps, zum „Ausmisten“, befinden sich in Teil 3 des Buches. Auf den Seiten dieses Abschnittes werden Tipps zum Aufräumen gegeben, wobei sich das Entrümpeln nicht nur auf die Wohnung, sondern auch auf Körper und Seele beziehen soll. Dazu gehören zum Beispiel die Empfehlung zur Darmreinigung und das Ändern der inneren Einstellung.

Jedes Kapitel wird von Erfahrungsberichten aus der Praxis der Autorin begleitet und am Ende des Buches wird man dazu aufgefordert, eigene Entrümpelungsgeschichten einzusenden.

Abschließend folgt der Anhang mit Quellen, Lesetipps und zusätzlichen Infos zur Autorin.

Meine Meinung

Am Anfang des Buches hatte ich Schwierigkeiten mich auf die „energetischen“ Aspekte des Feng Shui einzulassen, da für meinem Geschmack dem Gerümpel zu viel Einfluss im Leben zugeschrieben wird.

So macht die Autorin Gerümpel für die Entstehung von Depressionen verantwortlich, da sie selbst noch keinen ordentlichen depressiven Menschen gesehen hat. So eine Aussage ist in meinen Augen totaler Blödsinn. Ebenso zieht sie Parallelen zwischen Gerümpel und strahlender Haut, Gewicht und Verwirrtheit.

Weniger abwegig fand ich Aussagen wie „Gerümpel dämpft unsere Sinnlichkeit und Lebensfreude“.

Nachdem mich die ersten Schlussfolgerungen eher den Kopf schütteln ließen, wurde ich von geschilderten, psychischen Zusammenhängen positiv überrascht und konnte mich ab da an auch mit dem Buch anfreunden. Zu den Gerümpelarten wurden zum Beispiel die Dinge aufgezählt, die man „für alle Fälle“ noch mal aufhebt und es nicht fertig bringt, diese zu entsorgen. Die Autorin schließt daraus ein geringes Vertrauen in die Zukunft, was ich neben einem Bewusstsein für Ökologie, durchaus für möglich halte.

Ein besonders wichtiger Hinweis war für mich, dass wir zu Gegenständen auch Gefühle und Erinnerungen verbinden, welche jedes Mal abgerufen werden, wenn man diese Gegenstände zu Gesicht bekommt. Dies kann dann wiederum für unangenehme Gedanken sorgen. Sobald man sich von solchen Gegenständen trennt, ändern sich auch wieder die Gedanken, die man beim Betreten eines Raumes haben kann.

Einen Tipp, den ich direkt umgesetzt habe, ist, dass ich den Korb mit der Schmutzwäsche nicht mehr im Schlafzimmer stehen habe. Es ist nämlich deutlich schöner in einem Raum zu schlafen, der durch und durch frisch riecht. Außerdem hat mich das Buch dazu inspiriert, mein Schlafzimmer umzuräumen und viele Sachen unter dem Bett hervorzukramen und letztendlich auch zu entsorgen.

Gut gefallen hat mir, dass sie einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen empfiehlt und dazu rät Gegenstände zu recyclen, verkaufen oder notfalls zu verschenken, bevor man sie einfach nur wegschmeißt.

Ebenfalls ein guter Hinweis war ein gezieltes Symbolisieren, um für gewisse Ziele eine innere Einstellung zu fördern. So empfiehlt sie Singles sich so einzurichten, dass die eigenen vier Wände auch eine Bereitschaft zu Partnerschaft signalisieren. Wer also öfter besucht werden möchte, sollte auch eine besuchbare Wohnung haben.

Durch eine angenehm undogmatische Art und Weise gibt sie Tipps zum Aufräumen und animiert auch Menschen mit wenig Zeit und Energie am Ball zu bleiben. So rät sie unter anderem dazu sich feste Zeiten und Abschnitte (zum Beispiel lediglich eine Schublade ausmisten) vorzunehmen.

Da ich bei Aufräumen eher an Räume denke, haben mich diverse Tipps zum Entrümpeln des Lebens positiv überrascht. Wenn man bedenkt, dass Feng Shui sich auf den Energiefluss bezieht, macht es durchaus Sinn sich ebenfalls mit dem eigenen Leben und dort befindlichen Blockaden zu beschäftigen.

Auch wenn ich am Anfang meine Probleme hatte mich mit dem Buch zu identifizieren, war ich insgesamt positiv überrascht und kann einen gewissen Einfluss auf meine aktuellen Gewohnheiten nicht leugnen. Immerhin habe ich in den letzten Wochen deutlich mehr Ordnung in meine Wohnung gebracht und bemühe mich tatsächlich, nicht wieder neues Chaos entstehen zu lassen.

Weitere Informationen

Titel: Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags Autor: Karen Kingston Herausgeber: Rowohlt Taschenbuch Verlag ISBN: 978-3-499-62877-1 Preis: 9,99 € Homepage: Buchvorstellung beim Rowohlt-Verlag Sonstige Informationen: 222 Seiten (inklusive Anhang)

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