Der Autor richtet sich mit seinem Buch an Therapeuten, Helfer und Angehörige und alle anderen, die mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen in Kontakt kommen. Es soll dabei helfen Menschen mit Persönlichkeitsstörungen besser zu verstehen und somit den Behandlungserfolg zu verbessern.

Aufbau und Inhalt

Zunächst wird der Zweck des Buches erklärt und an welche Adressaten sich der Inhalt richtet. Anschließend erfolgt eine Beschreibung, dass Persönlichkeitsstörungen als Beziehungsstörungen zu verstehen sind, wie sich Klienten mit einer Störung verhalten und ab wann von einer Störung gesprochen wird.

In Kapitel III wird näher auf ein generelles Verständnis zu einer Persönlichkeitsstörung eingegangen.

Es folgt eine kurze und knappe Beschreibung zu

einem Modell der doppelten Handlungsregulation Wünschen auf der Motivebene Zusammenhang von Handlungen und erlernten Schemata Manipulationen auf einer Spielebene Selbstdarstellung (Image und Appell) Tests von Klienten an Personen in ihrem Umfeld In Kapitel IV wird näher auf die Charakteristika von Klienten eingegangen, wie diese Erfahrungen aufnehmen und verarbeiten, sich selbst oft nicht als Problem sehen können und wie sie gewisse Strategien entwickeln.

Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, wie eine Behandlungsstrategie ablaufen sollte und wie man als Bezugsperson die Tests eines Klienten bestehen kann, wird in Kapitel V und VI beschrieben.

Kapitel VII bildet den Hauptanteil des Buches, umfasst ca. 50 Seiten, und geht auf verschiedene Arten von Persönlichkeitsstörungen ein:

Narzistische Histrionische Dependente Selbstunsichere Passiv-Aggressive Schizoide Paranoide Zwanghafte Zu jeder Persönlichkeitsstörung folgt

eine Erklärung der Störung, welche Beziehungsmotive hinter der jeweiligen Störung stecken, welche zentralen Schemata bei solchen Personen vorliegen (z. B. markantes Verhalten), was die Spielebene der Störung ausmacht (z. B. Wunsch nach Anerkennung), auf welche Arten die Klienten Bezugspersonen testen (z. B. Provozieren um Belastbarkeit und Treue des Therapeuten zu prüfen) wie man sich auf der Spielebene gegenüber einem Klienten verhalten kann und welche Strategien bei der Therapie sinnvoll erscheinen In den letzten beiden Kapiteln wird kurz auf die Rolle von Angehörigen und die von Teammitgliedern während einer Therapie eingegangen.

Meine Meinung

Der Text war für mich gut verständlich und nicht zu kompliziert geschrieben, da auf Fachwörter weitestgehend verzichtet wurde und die Erklärungen stets kurz und prägnant erfolgten.

Jeder Mensch enthält alle Persönlichkeitsanteile. Bei Menschen, die eine Persönlichkeitsstörung haben, sind bestimmte Anteile besonders ausgeprägt und kaum durch Psyche und Verhalten reguliert – sprich in einem ausgewogenen Verhältnis zu anderen Persönlichkeitsanteilen. Diese Erkenntnis vermittelte mir nach Lesen des Buches auch den Eindruck normale Menschen, deren Motive und Äußerungen deutlich besser verstehen zu können. Faszinierend fand ich auch, wie unterschiedlich Menschen doch sein können und wie das gleiche Verhalten absolut unterschiedliche Wirkungen bei unterschiedlichen Personen erzielen kann. Während ein Narzisst es gern hat gelobt zu werden, betrachtet ein Mensch mit Paranoia ein Lob eher skeptisch.

Um jemanden zu helfen schadet es nicht, die jeweilige Person besser verstehen zu wollen, was meiner Meinung nach durch dieses Buch mindestens im Ansatz erfüllt wird und so einiges in einem klareren Licht erscheinen lässt. Ein wenig mehr Menschenkenntnis kann man aus diesem Werk durchaus gewinnen.

Weitere Informationen

Titel: Persönlichkeitsstörungen verstehen – Zum Umgang mit schwierigen Klienten Autor: Rainer Sachse Herausgeber: Psychiatrie-Verlag ISBN: 978-3-88414-508-1 Preis: 19,95 € Homepage: Buchvorstellung beim Psychiatrie-Verlag Sonstige Informationen: 120 Seiten

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